Das Zungenpiercing : Mythen und Wahrheiten!

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Immer häufiger werde ich, von meiner Kundschaft, Freunden oder Bekannten gefragt welche ‚Horrorstorys‘ über das Zungenpiercing stimmen und welche schlichtweg frei erfunden und Panikmache sind. Genau aus diesem Grund hab ich mir überlegt, in diesem Artikel alle ‚Mythen‘ rund um das Zungenpiercing aufzuklären und medizinisch korrekt zu begründen
 

Geschmacksnerven gehen verloren


Von Mutter, Vater oder den Großeltern hören viele immer wieder den gleichen Satz: "Kind.. mit dem Stecker in der Zunge machst du dir deine ganzen Geschmacksnerven kaputt!"
Auch vielen Internet Foren wird heftig drüber diskutiert.
Aber was stimmt denn nun?
Werden die Geschmacksnerven durch ein Zungenpiercing wirklich beschädigt oder sogar zerstört? Die Antwort lautet : NEIN ! Dafür gibt es auch zwei simple Erklärungen.

Erklärung Nummer 1 – Ständige Neubildung der Geschmacksknospen! geschmacksrichtungen

An der Oberfläche unserer Zunge (die im Übrigen ein Muskel ist) befinden sich die sogenannte Papillen. Diese Papillen sind für den Geschmacksinn und auch den Tastsinn auf der Zunge verantwortlich. 
Unsere Zunge teilt sich in 4 Geschmacksregionen mit jeweils unterschiedlichen Geschmacksarten auf: 

Bitter - befindet sich im hinteren Zungenbereich. 
Sauer - befindet sich hinten seitlich rechts + links. 
Salzig - befindet sich in der Mitte seitlich, sowie links + rechts. 
Süß - befindet sich genau an der Zungenspitze. 

Unsere Zunge hat etwa 7000 - 9000 Geschmacksknospen. Diese Geschmacksknospen haben eine ‚Lebensdauer‘ von etwa 5-20 Stunden. Sprich alle abgestorbenen Knospen werden ständig durch neue Geschmacksknospen ersetzt! 

Erklärung Nummer 2 – Geschmacksnerven befinden sich außerhalb der Gefahrenzone

Das normale Zungenpiercing wird in der Mitte der Zunge gestochen. In der Mitte unserer Zunge befinden sich, wie oben schon aufgeführt, wenige bis gar keine Geschmacksknospen. 
 

Sprachstörungen nach Zungenpiercing


Das Zungenpiercing wird so gestochen das es eigentlich zu keiner dauerhaften Sprachstörung führen kann. Bei einigen kommt es aber dennoch vor, dass Sie am Stichtag bzw in den darauf folgenden Wochen, leicht lispeln. Dies liegt allerdings nicht daran, dass ein Nerv durchstochen wurde, sondern daran das der Zunge eine Verletzung zugefügt wurde und diese somit deutlich anschwillt. Aber dennoch keine Sorge – sobald die Schwellung wieder abgeklungen ist, hört auch das lispeln auf!

Natürlich muss ich auch hier dazu sagen: Es kommt immer auf die Person an, die sich das Zungenpiercing stechen lässt. Das heißt wenn also schon VOR dem Stechen eines Zungenpiercings, ein Sprachfehler oder eine undeutliche Aussprache vorliegt, KANN sich dies mit einem Zungenpiercing etwas verstärken. Zumindest die erste Zeit! 
 Ebenfalls sollte jedem klar sein das ein vorhandener Sprachfehler, mit Hilfe eines Zungenpiercings, nicht weg geht! Unglaublich aber Wahr.. diese Frage wird häufiger gestellt als man vielleicht im ersten Moment vermutet ;-)

Stichkanal wächst nicht mehr zu!


Ebenfalls ein weit verbreiteter Mythos ist dass der Stichkanal des Zungenpiercings nicht mehr zuwächst aber auch dies stimmt nicht! 

Wenn ihr euch dazu entschließen solltet euer Zungenpiercing rauszunehmen, macht euch keine Sorgen denn, das Loch in eurer Zunge wächst schneller zu, als ihr gedacht habt!
Die erste Zeit wird man, auf der Oberseite der Zunge, eine leichte Druckstelle sehen. Nämlich genau dort, wo die Kugel auflag. An der Unterseite euer Zunge wird man ein, leicht nach außengewölbtes, Loch erkennen. Meist dauert das, zuwachsen des Stichkanals, nur einige Tage. In ganz seltenen Ausnahmefällen dauert das zuwachsen länger.
 
 
Kommen wir einmal zu den unschönen und wirklich schlimmen Risiken, die das Zungenpiercing mit sich bringt!

Zahnschäden

 
Zungenpiercings sind verlockend! Man kann sie festhalten mit den Zähnen und die Kugeln darauf hin und her drehen oder dran Nuckeln, indem man das Piercing zwischen den Vorderzähnen einklemmt. Jeder der bereits ein Zungenpiercing hat, kann euch davon ein Liedchen singen. Die Verlockung mit dem Zungenpiercing zu spielen, ist einfach riesengroß! 
Trotzdem sollte man versuchen, dem Spielen zu wiederstehen! 
 Im Laufe weniger Monate können sich die Vorderzähne, durch dieses Spielen, unschön verschieben und führen somit zu Lücken oder es brechen Ecken manchmal aus den Schneidezähnen heraus. Ebenfalls sollte man ein Klappern des Zungenpiercings an den Zähnen vermeiden, da der Zahnschmelz darunter erheblich leidet! 

Aber keine Sorge ein kleiner, aber feiner Tipp am Rande, kann Zahnschäden vermeiden! 
Nutzt Plastikkugeln! Diese kann man zwar schneller zerbeißen,allerdings ist der regelmäßige Neukauf einer Plastikkugel, immer noch günstiger als die Reparatur oder sogar die Neumodelage ganzer Zähne!

Ebenso können diese Schäden durch die richtige Position des Zungenpiercings sowie, die richtige Länge des Schmucks, deutlich minimiert werden.


Schmerzen & Infektionen


 Durch die Zunge laufen viele größere Blutgefäße, das macht das stechen eines Zungenpiercings, nicht unbedingt einfach. Im Gegenteil! Nicht richtig durchstochen kann es zu starken Schmerzen, unmittelbar nach dem Stechen und den nachfolgenden Wochen, kommen. Ebenfalls besteht bei diesem Piercing eine große Gefahr durch Infektionen. Im schlimmsten Fall können diese sogar einen äußerst dramatischen Verlauf nehmen und bis zu Erstickungsanfällen führen! Deswegen ist bei einer Entzündung umgehend der Piercer oder Gegebenenfalls ein Arzt aufzusuchen!
 
Um diesen Schäden und Komplikationen aus dem Weg zu gehen:
 
Geeigneten professionellen Piercer suchen - Die Wahl des richtigen Piercingstudios
 
Pflegehinweise genaustens beachten - Pflegehinweise Zungenpiercing
 
 

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